Das Haus

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Aktualisiert 2.8.2019

Das Bauernhaus  Umbau

1840 findet sich der erste gesicherte Eintrag. Es ist jedoch denkbar dass auf dem Grundstück schon zu Römerzeiten ein Bauernhof gestanden hat. Wurden doch 1930  auf dem Grundstück Hypokaustanlagen der Römer gefunden. Die alte Bausubstanz des Mauer u Holzwerkes gibt hinweise dass div. Baumaterialien von älteren Bauwerken stammen. Besitzer des Bauernhauses war 1840 Xaver Bugmann Martis. (Bugmann Xaver war 1835-1842 im Gemeinderat). Laut Trottschein von 1864 war im Gewölbekeller des Xaver Bugmann eine von acht Trotten eingerichtet. So wurden in der Trotte 1864, 182 Saum (273 hl) Wein gepresst. (1864 wurden in den erwähnten acht Trotten zusammen 1178 Saum 34 Mass (1767 hl Wein gepresst).

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Federzeichnung H.Vijgenboom 1991. Döttingen, Chilbert um 1930

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Ca 1980, das Bauern Haus auf der linken Zeichnung ist bereits abgebrochen und neu überbaut worden (2016)

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102_0220-web Räucherkammer
img_0007a-web 102_0232-web Schreinerei

Das Bauernhaus am Chilbert

Die Bewohner des Hauses

1840 findet sich der erste gesicherte Eintrag. Es ist aber denkbar, dass das Haus einige Jahre früher erbaut wurde. Teilweise unwahrscheinliche Zustände bestanden in Döttingen. Häuser, ja ganze Strassenzüge waren ineinander verschachtelt, Scheunen und Ställe unterteilt. Mann kann sich die Spannungen vorstellen, wenn beim Füttern der Tiere der hintere mit dem vorderen nicht so gut den Rank fand¦ Es herschten aber auch sehr schwierige wirtschaftliche Verhältnisse. Im zu Ende gehenden 18. Jahrhundert lebten in Döttingen 18 % der Bevölkerung in Armut. Diese verstärkte sich zusätzlich nach den zweiten Koalitionskriegen. Die schweren Unwetter im Bezirk von 1814 und 1815 und das nasskalte Fehljahr 1818 führte zur ersten Auswanderungswelle 1816/17

In diesem Umfeld planten die Bugmann ihren Neubau mit wahrhaftem Mut und einem unerschütterlichen Glauben an die Zukunft im stattlichem Bauernhaus wurde Raum geschaffen für drei Generationen. Die Wohnstube und die Zimmer auf beiden Etagen baute man um den Herd und den Backofen im Zentrum. So konnten im Winter alle Räume geheizt werden. Auf der Nordseite Endstand später mit altem Baumaterial das Stöckli mit einer Schreinerwerkstadt hinter dem Haus. Im schönen gewölbten Keller blieben die Getränke auch in der Heissen Sommerzeit angenehm kühl. Im Estrich befand sich die Raucherkammer, welche sich damals nur die wenigsten Bauern leisten konnten. Wer eine Kuh besass, galt als wohlhabend.. Der Stall im neu erstellten Gebäude bot Platz für 7 Kühe.

1905 dürfte das Bauernhaus erneuert worden sein. (Ziegel 1905, Zeitungen als Untertapete von 1904 wurden gefunden.

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Hauszeichen: Initialen oder Handwerkszeichen der ehemaligen Bewohner. (Wer weiss mehr?)

Die Strassenbezeichnung Chilbert erscheint bereits 1303 als Weg oder Strasse von Tettingen nach Zurzach. Als Kiltberggass oder Kilchstig wurde der Weg als Kirchenweg der Döttinger nach Zurzach benutzt. Im Mai 2009 wurde dieser Weg neu ausgeschildert und eingeweiht.

Die Erben des Franz Josef Bugmann (1868-1951) verkauften die Liegenschaft 1979 dem Kanton Aargau. Seit dem 28.3. 1991 befand sich die Parzelle 354 mit den Gebäuden Nr. 88 und 320 im Eigentum der Einwohnergemeinde Döttingen. Besitzer des Bauernhauses war 1840 Xaver Bugmann Martis. Lt. den Trottscheinen von 1864 war im Gewölbekeller des Xaver Bugmann eine Trotte eingerichtet. Es sind heute noch die Fundamente und Verankerungen der Weinpresse ersichtlich. Die Weinpresse wurde um 1950 ausgebaut. Es wurden in der Trotte 1864 182 Saum (273 hl) Wein gepresst. (1864 wurden in den Erwähnten acht Trotten 1178 Saum 34 Mass entspricht 1767 hl Wein gepresst.) Vom Fronhofbauern und Geschworenen Martin Bugmann (1661-1741) stammen die ober- und Unterbauern ab, auch “Martibauern” genannt. “Auf Martins Bruder Michael (1662-1702) gehen die Bugmann, aber auch die Nachfahren von Jakob (1705-1778) mit den Zunamen <Martis> und <Wälders> zurück” (Hermann J. Welti, Die alten Bürgergeschlechter von Döttingen, S.10). Xaver wurde 1791 geboren. Er war acht Jahre alt, als in der Schreckensnacht des 17. August 1799 österreichische Kanoniere Kleindöttingen in Schutt und Asche legten. Heut noch wird mit dem Uebereschüsset dieser Tage gedankt. Vor dem Jahre 1800 lebten in Döttingen 748 Personen in 163 Haushaltungen. Im Bauerndorf war nur ein kleiner Teil der Erwerbstätigen ausschliesslich in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Leute fanden ihr Auskommen auf kleineren Gütlein und im Rebbau. Sie betätigten sich gleichzeitig als Handwerker, etwa als Nagelschmiede, Schuhmacher, Lismer und Schreiner. Auch in den Nachfahren des Xaver Bugmann fanden sich im Nebenberuf  jeweils Schreiner und Sargmacher, welche in Döttingen ihre Zeitgenossen zur letzten Ruhe betteten. Xaver starb 1879, 88 jährig. Sein Sohn, Franz Josef 1825 geboren, wurde 63 Jahre alt. Er hinterliess 2 Töchter und den Stammhalter. Dieser kam 1868 zur Welt und erhielt ebenfalls den Namen Franz Josef. Neun weitere Kinder starben im Jugendlichen Alter. Der 23. März 1951 war der Todestag von Franz Josef Bugmann. Ein gütiger rechtschaffener Mensch hatte im Haus am Chilbert Abschied genommen, der letzte “Marti-Schriner”.

Durch den bau des Surbtalknotens wurde das Haus 1979 vom Kanton Aargau übernommen. Nach dem bau des Surbtalknotens und Abtrennung des Landes für die Strasse wurde das Bauernhaus am 28.3.1991 an die Gemeinde Döttingen verkauft. 1999 wurde die Liegenschaft an die Stiftung Vereins- und Kulturhaus kostenlos übergeben. Kurze zeit ging es an die Einwohner Gemeinde zurück. Am 11. Juni 2003 kam es in unseren Besitz und im Jahr 2006 wurde mit der Sanierung begonnen und Anfang 2009 beendet.

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aus der Südostbahn Planung vom 22. Sept. 1857. Das Winzerhus ist auf den beiden Plänen mit Pfeil markiert. Die grün markierten Häuser wurden zum zwecke des Bahnbaues abgebrochen (rote Striche Bahntrasse). Die Blau markierten Strassen wurden aufgehoben. Die Gelb markierten Wege u. Strassen wurden neu gebaut. (Zimmermann Ewald)

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1961   (Hintergrund  Kirchturm im Bau)

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11.1999

Mietobjekte

30.11.2008

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Chilbert 2_web

7.12.2008

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